Reinigen Sie Ihren Kaffeevollautomaten täglich kurz und planen Sie wöchentliche Tiefenpflege — so vermeiden Sie Schimmel, schlechten Geschmack und teure Reparaturen. Die Kurzroutine dauert keine fünf Minuten: Tropfschale leeren, Tresterbehälter entleeren, Milchauslass kurz mit heißem Wasser durchspülen. Wer das konsequent macht, schützt sein Gerät vor den häufigsten Schäden.
Drei Sofortmaßnahmen, die Sie noch heute umsetzen können:
- Tresterbehälter leeren nach jedem Nutzungstag, bevor sich Schimmel bildet
- Milchsystem kurz spülen unmittelbar nach dem letzten Milchbezug
- Tropfschale ausleeren und abspülen, damit stehendes Wasser keine Keime zieht
Achtung: Verwenden Sie niemals Essig oder pure Zitronensäure als Entkalker. Beide greifen Dichtungen und Metallteile an. Reinigen Sie die Brühgruppe ausschließlich unter lauwarmem Wasser, niemals in der Spülmaschine. Lesen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Herstellers — ob Jura, DeLonghi, Siemens oder WMF — als verbindliche Primärquelle, denn falsche Reinigungsmittel können die Garantie erlöschen lassen.
Reinigungstabletten wie Urnex Cafiza lösen Kaffeefett in Leitungen und Brühkammer zuverlässig. Stiftung Warentest weist ausdrücklich darauf hin, dass das Milchsystem eine potenzielle Keimquelle darstellt und manuelle Reinigung unersetzlich ist.
Wichtige Erkenntnisse
Tägliche Kurzpflege und wöchentliche Tiefenreinigung von Brühgruppe und Milchsystem sind die zwei wirksamsten Maßnahmen, um Hygiene, Aroma und Lebensdauer Ihres Kaffeevollautomaten dauerhaft zu sichern.
| Thema | Details |
|---|---|
| Tägliche Pflege | Tresterbehälter, Tropfschale und Milchsystem täglich spülen verhindert Keimbildung und Geruch. |
| Brühgruppe wöchentlich | Entnehmbare Brühgruppen wöchentlich unter lauwarmem Wasser abspülen und vollständig trocknen lassen. |
| Entkalken nach Wasserhärte | Bei hartem Wasser (über 14 °dH) monatlich entkalken; gepufferte Citratlösungen sind schonend und sicher. |
| Mahlwerk trocken pflegen | Alle 2–3 Monate Reinigungsgranulat (2–3 Stück) verwenden; niemals Feuchtigkeit ins Mahlwerk bringen. |
| Keine aggressiven Hausmittel | Essig, Essigessenz und pure Zitronensäure schädigen Dichtungen und können die Garantie erlöschen lassen. |
Inhaltsverzeichnis
- Warum regelmäßige Reinigung Ihren Kaffee und Ihr Gerät schützt
- Welches Teil wie oft reinigen? Die Übersicht auf einen Blick
- Ihre Reinigungsroutine: täglich, wöchentlich, monatlich
- Wie Sie die Brühgruppe richtig reinigen und pflegen
- Wie Sie das Milchsystem hygienisch sauber halten
- Wie Sie das Mahlwerk trocken und sicher reinigen
- Wassertank, Tresterbehälter, Tropfschale und Innenraum pflegen
- Entkalken: wann, wie und welcher Entkalker ist der richtige?
- Welche Reinigungsmittel und welches Zubehör Sie wirklich brauchen
- Häufige Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten
- Was Forschung und Experten zur Gerätepflege sagen
- Empfehlung von Biokaffeewelt: Pflege, die zum Kaffee passt
- Quellen
Warum regelmäßige Reinigung Ihren Kaffee und Ihr Gerät schützt
Kaffeefett, das sogenannte Kaffeeöl, wird bei jedem Bezug freigesetzt und setzt sich in Brühkammer, Leitungen und Mahlwerk ab. Oxidiertes Kaffeeöl schmeckt bitter und ranzig — das ist der häufigste Grund, warum Kaffee aus einem eigentlich guten Gerät plötzlich flach und unangenehm wirkt.
Vier Gründe, die für konsequente Pflege sprechen:
- Hygiene: Milchreste und feuchte Kaffeesätze sind ideale Nährböden für Bakterien und Schimmel. Stiftung Warentest betont, dass das Milchsystem besondere Hygieneanforderungen stellt und Einzelteile regelmäßig manuell gereinigt werden müssen.
- Aroma: Kalkablagerungen verändern die Wassertemperatur und damit die Extraktion. Selbst erstklassige, handverlesene Bio-Bohnen entfalten ihr volles Aroma nur in einem sauberen Gerät.
- Funktionssicherheit: Kalk schädigt Pumpen und Heizelemente über Zeit. Verstopfte Leitungen erhöhen den Druck und belasten mechanische Bauteile.
- Lebensdauer und Kosten: Wer regelmäßig pflegt, vermeidet teure Reparaturen. Ein Kaffeevollautomat ist eine Investition — und eine, die sich mit der richtigen Pflege über viele Jahre lohnt.
Welches Teil wie oft reinigen? Die Übersicht auf einen Blick
Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine klare Orientierung. Abweichungen sind möglich: Bei hartem Wasser entkalken Sie häufiger, bei intensiver Milchnutzung reinigen Sie das Milchsystem täglich gründlicher.
| Bauteil | Warum reinigen | Maßnahme | Intervall |
|---|---|---|---|
| Tresterbehälter | Schimmel, Geruch | Leeren, kurz ausspülen | Täglich |
| Tropfschale | Stehendes Wasser, Keime | Leeren, abspülen | Täglich |
| Milchsystem / Dampflanze | Keimbildung, Geruch | Spülen, wöchentlich zerlegen | Nach jedem Milchbezug / wöchentlich |
| Brühgruppe (entnehmbar) | Kaffeefett, Rückstände | Lauwarm abspülen, trocknen | Wöchentlich |
| Wassertank | Algen, Kalk | Ausspülen, frisch befüllen | Täglich befüllen, wöchentlich spülen |
| Bohnenbehälter | Kaffeeöl, alte Reste | Auswischen, trocken halten | Wöchentlich |
| Mahlwerk | Kaffeefett, Mehlreste | Trocken absaugen, Granulat | Alle 2–3 Monate |
| Innenraum | Spritzer, Feuchtigkeit | Feuchtes Tuch, trocknen | Wöchentlich |
| Entkalkung | Kalkablagerungen | Entkalkungsprogramm | Alle 1–3 Monate je nach Wasserhärte |
Drei Variablen bestimmen, wie oft Sie welche Schritte brauchen:
- Wasserhärte: In Regionen mit hartem Wasser (über 14 °dH) ist monatliches Entkalken oft nötig. Viele Geräte von Jura, Siemens oder DeLonghi zeigen die Wasserhärte im Einstellungsmenü an.
- Nutzungsintensität: Wer täglich fünf oder mehr Bezüge macht, reinigt die Brühgruppe häufiger als jemand mit zwei Tassen am Morgen.
- Milchnutzung: Jeder Milchbezug erfordert sofortiges Nachspülen. Wer täglich Cappuccino oder Latte zubereitet, sollte das Milchsystem wöchentlich vollständig zerlegen.
Ihre Reinigungsroutine: täglich, wöchentlich, monatlich
Tägliche Kurzroutine (3–5 Minuten)
Diese Schritte kosten Sie kaum Zeit, verhindern aber die meisten Hygieneprobleme:
-
Tresterbehälter leeren und kurz unter fließendem Wasser ausspülen
-
Tropfschale entnehmen, ausleeren, abspülen
-
Milchauslass oder Dampflanze sofort nach dem letzten Milchbezug mit heißem Wasser durchspülen
-
Wassertank mit frischem, kaltem Wasser befüllen
-
Außenflächen der Maschine kurz abwischen
Profi-Tipp: Machen Sie die Tagesroutine zum festen Abschlussritual nach dem letzten Bezug am Abend. So starten Sie morgens mit einer sauberen Maschine in den Tag — und das aromatische Erlebnis Ihrer Bio-Kaffeebohnen kommt unverfälscht zur Geltung.
Wöchentliche Routine (10–20 Minuten)
- Brühgruppe (bei entnehmbaren Modellen) herausnehmen, unter lauwarmem Wasser abspülen, vollständig an der Luft trocknen lassen
- Milchsystem vollständig zerlegen: Alle milchführenden Teile in warmem Wasser einweichen, Düsen mit einer kleinen Bürste reinigen
- Bohnenbehälter leeren, trocken auswischen
- Wassertank gründlich ausspülen
- Innenraum mit feuchtem Tuch auswischen, danach trocknen
Monatliche und periodische Aufgaben
- Entkalken: Je nach Wasserhärte alle 1–3 Monate oder nach Geräteaufforderung
- Mahlwerk: Alle 2–3 Monate mit Reinigungsgranulat behandeln
- Tiefere Brühgruppenreinigung: Reinigungsprogramm mit Reinigungstablette (z. B. Urnex Cafiza oder Puly Caff) starten; viele Geräte fordern dies nach 200–500 Bezügen an
- Dichtungscheck: Sichtprüfung aller Gummidichtungen auf Risse oder Verhärtung
Wie Sie die Brühgruppe richtig reinigen und pflegen
Die Brühgruppe ist das Herzstück jedes Kaffeevollautomaten. Ob bei Geräten von Jura, DeLonghi, Siemens oder WMF — die Pflege folgt denselben Grundprinzipien, auch wenn sich Bauform und Zugänglichkeit unterscheiden.

Entnehmbare vs. fest verbaute Brühgruppe: Viele Geräte von Siemens (EQ-Serie), DeLonghi und WMF haben eine herausnehmbare Brühgruppe. Jura-Geräte hingegen besitzen eine fest verbaute Einheit, die ausschließlich über das interne Reinigungsprogramm gepflegt wird.
Schritt-für-Schritt für entnehmbare Brühgruppen
- Gerät ausschalten und vom Strom trennen
- Serviceklappe öffnen (nur wenn die Brühgruppe in Parkposition steht — Anleitung beachten)
- Brühgruppe entnehmen
- Unter lauwarmem Wasser abspülen, dabei alle Rückstände entfernen
- Vollständig an der Luft trocknen lassen — mindestens einige Stunden, besser über Nacht
- Bei Bedarf sparsam lebensmittelechtes Silikonfett auf die Dichtungen auftragen (nur wenn der Hersteller dies empfiehlt)
- Brühgruppe wieder einsetzen, Serviceklappe schließen
Wichtig: Spülmittel entzieht der Brühgruppe das notwendige Schmierfett und verursacht Verklemmen sowie mechanische Schäden. Die Spülmaschine ist tabu. Nur lauwarmes Wasser verwenden — das ist die klare Empfehlung für alle entnehmbaren Brühgruppen.
Profi-Tipp: Prüfen Sie bei jeder Reinigung kurz den Zustand der Gummidichtungen. Risse oder Verhärtungen sind ein frühes Warnsignal. Tauschen Sie Dichtungen aus, bevor sie undicht werden — das spart eine Servicewerkstatt-Rechnung.
Für fest verbaute Brühgruppen (typisch bei Jura) gilt: Das automatische Reinigungsprogramm mit einer Reinigungstablette ist die einzige vorgesehene Methode. Automatische Programme spülen Leitungen, ersetzen aber nicht die manuelle Pflege der zugänglichen Teile.
Wie Sie das Milchsystem hygienisch sauber halten

Das Milchsystem ist die hygienisch anspruchsvollste Komponente Ihres Geräts. Milchreste werden bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Stunden zur Keimquelle.
Unmittelbar nach jedem Milchbezug:
- Automatisches Spülprogramm starten, falls vorhanden
- Andernfalls: Dampflanze oder Milchschlauch mit heißem Wasser durchspülen
- Milchbehälter nicht bei Zimmertemperatur stehen lassen; im Kühlschrank aufbewahren
Wöchentliche Tiefenreinigung:
- Alle milchführenden Teile vollständig zerlegen
- Teile in warmem Wasser mit einem Milchsystemreiniger einweichen (Einwirkzeit laut Produktangabe)
- Düsen und Schläuche mit einer kleinen Bürste von innen reinigen
- Gründlich mit klarem Wasser nachspülen
- Teile kühl und trocken lagern
Stiftung Warentest stellt fest: Das Milchsystem stellt die größte hygienische Herausforderung dar. Regelmäßiges Zerlegen und manuelles Reinigen reduziert Keimrisiken deutlich — auch dann, wenn das Gerät ein automatisches Spülprogramm besitzt.
Profi-Tipp: Prüfen Sie Milchschläuche regelmäßig auf Risse oder poröse Stellen. Poröse Schläuche sind schwer zu reinigen und sollten ausgetauscht werden. Verwenden Sie keine aggressiven Säuren wie Essig oder Entkalker im Milchsystem — das greift Dichtungen an und hinterlässt Rückstände im Geschmack.
Wie Sie das Mahlwerk trocken und sicher reinigen
Das Mahlwerk verträgt keine Feuchtigkeit. Wasser im Mahlwerk führt zu Verklumpungen, Korrosion und im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Mühle.
Empfohlene Vorgehensweise:
- Bohnenbehälter vollständig leeren
- Restbohnen und loses Kaffeemehl mit einem kleinen Pinsel oder einem Handstaubsauger entfernen
- Reinigungsgranulat in den leeren Bohnenbehälter geben (typisch 2–3 Granulate pro Anwendung) und mahlen lassen
- Anschließend eine kleine Menge frischer Bohnen mahlen, um Granulatreste auszuspülen
Intervall: alle 2–3 Monate bei normaler Nutzung, häufiger bei intensivem Gebrauch.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten:
- Kein ungekochtes Brot, kein Reis — beides kann das Mahlwerk blockieren oder beschädigen
- Keine feuchten Tücher oder Wasser im Mahlwerkbereich
- Keine Hausmittel, die Feuchtigkeit einbringen
Profi-Tipp: Justieren Sie den Mahlgrad nach jeder Granulatbehandlung neu und machen Sie zwei bis drei Probemahlungen, bevor Sie den nächsten Kaffee zubereiten. Das Granulat verändert kurzzeitig die Mahleigenschaften.
Wassertank, Tresterbehälter, Tropfschale und Innenraum pflegen
Diese Bereiche werden oft unterschätzt, sind aber täglich in Kontakt mit Wasser und Kaffeesatz.
Tägliche Maßnahmen:
-
Tresterbehälter leeren und kurz unter fließendem Wasser ausspülen
-
Tropfschale entnehmen, ausleeren, abspülen
-
Wassertank mit frischem, kaltem Wasser befüllen — stehendes Wasser begünstigt Algenbildung
Wöchentliche Maßnahmen:
- Wassertank vollständig leeren und gründlich ausspülen
- Innenraum mit einem leicht feuchten Tuch auswischen; danach vollständig trocknen lassen
- Prüfen, ob Tresterbehälter und Tropfschale laut Herstellerangabe in die Spülmaschine dürfen — bei vielen Geräten von DeLonghi und Siemens ist das möglich, bei anderen nicht
Bei längerer Nichtnutzung (Urlaub, Standzeit): Brühgruppe entnehmen und separat trocknen, Milchsystem vollständig entleeren und spülen, Serviceklappe offen lassen. Siemens empfiehlt für die EQ.500-Serie ausdrücklich, die Brüheinheit bei Stillstand entnommen und trocken zu lagern, um Schimmelbildung zu verhindern.
Wasserfilter (z. B.
Entkalken: wann, wie und welcher Entkalker ist der richtige?
Kalk ist der stille Feind jedes Kaffeevollautomaten. Er setzt sich in Heizelementen, Pumpen und Leitungen ab und beeinträchtigt Temperatur, Druck und Geschmack.
Wann entkalken?
Das Intervall hängt von der Wasserhärte in Ihrer Region ab. Eine grobe Orientierung:
| Wasserhärte | Empfohlenes Entkalkungsintervall |
|---|---|
| Weich (unter 7 °dH) | Alle 3 Monate |
| Mittel (7–14 °dH) | Alle 2 Monate oder nach ca. 500 Tassen |
| Hart (über 14 °dH) | Monatlich |

Die Wasserhärte in Ihrer Stadt können Sie beim lokalen Wasserversorger erfragen oder mit einem Teststreifen messen.
Schritt-für-Schritt-Entkalkung
- Wassertank leeren und mit frischem Wasser sowie dem Entkalker befüllen (Dosierung laut Produktangabe)
- Entkalkungsprogramm am Gerät starten (bei Jura, DeLonghi, Siemens und WMF jeweils im Menü abrufbar)
- Programm vollständig durchlaufen lassen — nicht unterbrechen
- Tank anschließend mindestens zweimal mit klarem Wasser füllen und Spülprogramm durchführen
- Gerät erst nach vollständigem Nachspülen wieder für Kaffee nutzen
Sicherheitshinweis: Sulfamidsäure-haltige Entkalker sind wirksam, müssen aber besonders gründlich ausgespült werden. Stiftung Warentest weist auf die Notwendigkeit mehrfachen Nachspülens hin. Essig und pure Zitronensäure sind keine geeigneten Alternativen, da sie Dichtungen und Metallteile angreifen und werden von Herstellern und Testern ausdrücklich abgelehnt.
Gepufferte Citratlösungen gelten als schonendere Alternative und sind mit vielen Geräten kompatibel. Prüfen Sie stets, ob der Entkalker für Ihr Gerät freigegeben ist — Originalprodukte von Jura, DeLonghi oder Siemens sind in der Regel sicher, Drittanbieter sollten eine Materialverträglichkeitsangabe tragen.
Welche Reinigungsmittel und welches Zubehör Sie wirklich brauchen
Der Markt bietet viele Produkte. Diese Kategorien decken alle wesentlichen Reinigungsaufgaben ab:
- Reinigungstabletten: Urnex Cafiza und Puly Caff sind in Deutschland weit verbreitet und lösen Kaffeefett in Leitungen und Brühkammer zuverlässig. Beide sind für viele Geräte freigegeben; prüfen Sie die Kompatibilität in der Bedienungsanleitung.
- Entkalker: Gepufferte Citratlösungen (z. B. auf Basis von Natriumcitrat) sind schonender als Sulfamidsäure-Produkte. Originalentkalker von Jura, DeLonghi, Siemens und WMF sind immer eine sichere Wahl.
- Milchsystemreiniger: Spezielle Flüssigreiniger für milchführende Teile; nicht durch Allzweckreiniger ersetzen.
- Reinigungsgranulat für das Mahlwerk: Urnex Grindz ist ein bekanntes Produkt; alternativ bieten viele Gerätehersteller eigene Granulate an.
- Lebensmittelechtes Silikonfett: Für die Dichtungen der Brühgruppe, wenn der Hersteller dies vorsieht. Nur sparsam einsetzen.
- Bürstenset: Kleine Bürsten für Düsen, Milchschläuche und Mahlwerkbereich; wiederverwendbar und langlebig.
Auf dem Etikett sollten Sie auf folgende Angaben achten: Anwendungsbereich (Kaffeemaschinen, Milchsysteme), Materialverträglichkeit (Edelstahl, Kunststoff, Gummi) und empfohlene Dosierung.
Nachhaltige Alternativen: Bio-kompatible Entkalker auf Citratbasis sind eine umweltschonende Wahl und für viele Geräte geeignet. Wiederverwendbare Bürsten reduzieren Einwegmüll. Wer beim nachhaltigen Kaffeegenuss konsequent ist, kann auch bei der Gerätepflege auf ökologisch verträgliche Produkte setzen.
Profi-Tipp: Kaufen Sie keine Reinigungstabletten auf Vorrat in großen Mengen, wenn Sie die Verpackung nicht luftdicht verschließen können. Feuchtigkeit lässt Tabletten vorzeitig reagieren und mindert ihre Wirkung.
Häufige Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten
Viele Schäden an Kaffeevollautomaten entstehen nicht durch Verschleiß, sondern durch falsche Pflege. Die häufigsten Fehler:
- Essig oder Essigessenz als Entkalker: Beide greifen Gummidichtungen und Metallteile an. Auch pure Zitronensäure ist zu aggressiv. Gepufferte Citratlösungen oder freigegebene Entkalker sind die sichere Alternative.
- Brühgruppe in der Spülmaschine: Spülmittel und Spülmaschinenreiniger entziehen der Brühgruppe das Schmierfett. Das führt zu Verklemmen und mechanischen Schäden — oft erst Wochen später, wenn die Ursache schwer zu erkennen ist.
- Milchreste stehen lassen: Schon nach wenigen Stunden bei Zimmertemperatur entstehen Keime. Wer abends keine Zeit für die Milchsystemreinigung hat, riskiert morgens einen hygienisch bedenklichen Bezug.
- Auf automatische Programme allein vertrauen: Automatische Reinigungsprogramme spülen Leitungen, ersetzen aber nicht das manuelle Zerlegen und Reinigen von Brühgruppe und Milchsystem. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.
- Falsche Reinigungsmittel und Garantieverlust: Wer Produkte verwendet, die der Hersteller nicht freigibt, riskiert den Garantieanspruch. Das gilt besonders für Drittanbieter-Tabs ohne Kompatibilitätsangabe.
Merksatz: Die Bedienungsanleitung Ihres Geräts ist die verbindliche Primärquelle für alle Reinigungsfragen. Jura, DeLonghi, Siemens und WMF geben jeweils spezifische Empfehlungen, die Herstellergarantie und optimale Funktion sichern.
Was Forschung und Experten zur Gerätepflege sagen
Automatische Reinigungsprogramme sind praktisch, aber sie haben eine klare Grenze: Sie spülen Leitungen und Brühkammer, können aber weder die Brühgruppe zerlegen noch das Milchsystem von innen bürsten. Experten von TestundTipps.de bestätigen, dass manuelle Pflege unersetzlich bleibt.
Das Milchsystem bleibt die größte hygienische Schwachstelle. Stiftung Warentest hat in Tests festgestellt, dass selbst Geräte mit automatischen Spülprogrammen im Milchsystem Keime aufweisen können, wenn die manuellen Reinigungsschritte ausbleiben.
Für das Mahlwerk gilt: Nur trockene Reinigung ist sicher. Reinigungsgranulat ist die praktikabelste Methode zur Fettentfernung im Mühlenbereich. Hausmittel wie Brot oder Reis können Mahlwerksschäden verursachen und sollten konsequent vermieden werden.
Ein oft übersehener Punkt betrifft die Trocknungszeit der Brühgruppe. Feuchtigkeit in Kombination mit Kaffeeresten ist die Hauptursache für Schimmelbildung im Innenraum. Wer die Brühgruppe nach der Reinigung sofort wieder einsetzt, ohne sie vollständig trocknen zu lassen, schafft genau die Bedingungen, die er vermeiden wollte.
Profi-Tipp: Legen Sie die gereinigte Brühgruppe abends auf ein sauberes Küchentuch und setzen Sie sie erst am nächsten Morgen wieder ein. So ist sie garantiert trocken und Sie starten hygienisch in den Tag.
Empfehlung von Biokaffeewelt: Pflege, die zum Kaffee passt
Wer täglich aromatischen Bio-Kaffee genießt, sollte auch bei der Gerätepflege auf Qualität und Verträglichkeit achten. Biokaffeewelt empfiehlt schonende, herstellerfreigegebene Entkalker auf Citratbasis und bewährte Reinigungsgranulate für das Mahlwerk. Bio-kompatible Optionen sind immer dann vorzuziehen, wenn sie für das jeweilige Gerät freigegeben sind.
Das beste Reinigungsritual ist eines, das Sie tatsächlich durchhalten. Ein fester Abschluss am Abend — Tresterbehälter leeren, Milchsystem spülen, Wassertank frisch befüllen — kostet keine fünf Minuten und schützt Ihr Gerät langfristig. Die wöchentliche Brühgruppenreinigung planen Sie am besten auf einen festen Wochentag, zum Beispiel sonntags, wenn Sie ohnehin mehr Zeit haben.

Ein sauberer Vollautomat ist die Voraussetzung dafür, dass Ihre Bohnen ihr volles Potenzial entfalten. Entdecken Sie bei Biokaffeewelt, welche Bio-Kaffeesorten in Ihrem frisch gepflegten Gerät am besten zur Geltung kommen — von handverlesenen Arabica-Bohnen aus Mischplantagen bis zu intensiven Espresso-Mischungen aus fairem Handel.
Quellen
Die Bedienungsanleitung Ihres eigenen Geräts bleibt die verbindliche Primärquelle für alle modellspezifischen Reinigungsfragen. Ergänzend empfehlen sich folgende geprüfte Referenzen:
- Kaffeevollautomat reinigen: So viel Pflege brauchen Vollautomaten | Stiftung Warentest
- Kaffeebewertung
- Testundtipps
- Coffeeness
- Coffee-tasters